Andrzej WróblewskiDas Warten steht fr eine ganz eigene Zeitlichkeit. Dem Bewegungslauf des Alltags entrissen, ffnet es die Wahrnehmung fr die Dauer. Statt einen Raum einfach zu durchschreiten, vertieft man sich in ihn schaut sich um und entdeckt so manches, das dem flchtigen Blick entgeht. Den Maler Andrzej Wrblewski beschftigte in seinen letzten Lebensjahren diese Haltung als Bildsujet. Und das nicht nur, weil das Warten der Figuren eine hnliche Haltung zeigt wie die
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Das Warten steht für eine ganz eigene Zeitlichkeit. Dem Bewegungslauf des Alltags entrissen, öffnet es die Wahrnehmung für die Dauer. Statt einen Raum einfach zu durchschreiten, vertieft man sich in ihn – schaut sich um und entdeckt so manches, das dem flüchtigen Blick entgeht. Den Maler Andrzej Wróblewski beschäftigte in seinen letzten Lebensjahren diese Haltung als Bildsujet. Und das nicht nur, weil das Warten der Figuren eine ähnliche Haltung zeigt wie die der Betrachter. Warten ist zugleich eine Chiffre, in der die Grauen des 2. Weltkriegs und der Nachkriegsjahre andauern. Obgleich mitunter aus kräftig-lebendigen Farben komponiert, durchzieht doch eine beklemmende Atmosphäre das Spätwerk Wróblewskis. Dieses unnachahmliche und berückende Memento Mori gilt es, in diesem Buch wieder zu entdecken.
ANDRZEJ WRÓBLEWSKI (1927–1957) studierte Malerei nach dem Ende des 2. Weltkriegs an der Krakauer Akademie der Bildenden Künste und Kunstgeschichte an der Universität. Obgleich früh verstorben, hinterließ er ein umfassendes Werk und markantes Panorama der polnischen Kriegs- und Nachkriegsjahre.